(Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung, 30.04.2009)

Quadratisch – Praktisch – Alla gut!

Von Daria Eva Stanco. Eigentlich sollte die Musikkomödie „Alla gut! Verliebt ins Quadrat“ nur der Aufmacher zum Jubiläum der Stadt Mannheim 2007 sein. Doch seitdem läuft das Stück „wie geschmiert“. Das Zett machte sich auf die Suche nach dem Erfolgsgeheimnis.

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Der 400. Geburtstag der Quadrate Stadt r&uuml;ckte immer n&auml;her, da suchten ans&auml;ssige Kulturveranstalter fieberhaft nach einem Geschenk. So auch das Team um Peter Baltruschat, dem Mitbegr&uuml;nder und k&uuml;nstlerischen Leiter des KulturNetz Mannheim RheinNeckar. Nicht lange sollte es dauern, bis Baltruschat von der Muse gek&uuml;sst wurde. Ein Theaterst&uuml;ck musste her. „Der typische Mannheimer sollte vorgestellt werden“, sagt Baltruschat. Damit hat er zusammen mit Buchverfasser Oliver Hoffmann und Regisseur Hans Dieter Willisch offensichtlich ins Schwarze getroffen. Seit der Premiere im Oktober 2006 haben das St&uuml;ck l&auml;ngst &uuml;ber 10 000 Zuschauer erlebt. Der Clue: Auch im St&uuml;ck selbst sind die drei Protagonisten – Komponist Wolfi, Brieftr&auml;ger Schorsch und allen voran die vorlaute Putzfrau Lisbeth – auf der Suche nach dem perfekten Geschenk f&uuml;r die Stadt Mannheim zum Jubil&auml;um. Ein Liedsoll es werden, das den typischen Mannheimer pr&auml;sentiert...<br />
Die Tatsache, dass das St&uuml;ck beinahe ausschlie&szlig;lich im Schatzkistl aufgef&uuml;hrt wird, l&auml;sst den Zuschauer zum Miterleben avancieren. Der gerade mal 100 Personen fassende Schauplatz und die niedrige B&uuml;hne machen den Charme des Theaters aus. Und keiner der Beteiligten kann sich vorstellen, das St&uuml;ck woanders aufzuf&uuml;hren. Sobald Putzfrau Lisbeth in den Zuschauerraum kommt und im Vor&uuml;bergehen gleichwohl &uuml;ber Lampen sowie Glatzk&ouml;pfe wischt, versteht man sofort, dass das St&uuml;ck mit seinem Theater untrennbar verbunden ist. Genau wie mit der Heimat – zumindest vordergr&uuml;ndig. „Es ist unvorstellbar“, meint Peter Baltruschat, „aber wir haben einen Fan aus Hamburg, der sich jedes Mal, wenn er hier ist, das St&uuml;ck ansieht.“ Er erkl&auml;rt den Zauber, den „Alla gut!“ auch auf Nicht Mannheimer aus&uuml;bt, mit dem universellen Heimatgef&uuml;hl, das angesprochen wird. „Es trifft ziemlich jeden“, f&uuml;gt Regina Steegm&uuml;ller hinzu, die in der Rolle der Lisbeth &uuml;berzeugt. „Ein B&uuml;hnentier“, so &auml;u&szlig;ert sich Baltruschat &uuml;ber sie, „sie spielt mit Leib und Seele.“ Ihr Ehemann Hugo Steegm&uuml;ller mimt den eloquenten Brieftr&auml;ger, der im St&uuml;ck immer alles &uuml;ber die Geschichte Mannheims (besser) wei&szlig;, obwohl er eigentlich ein „Roigeloffener“, also kein geborener Mannheimer, ist. „Es war sofort klar, dass die beiden das spielen m&uuml;ssen“, erz&auml;hlt Baltruschat.<br />
„O, Mannem is sch&auml;&auml;“<br />
Nicht zuletzt sind es auch die unterschiedlichen Charaktere, die den Erfolg ausmachen, wie Hugo Steegm&uuml;ller betont. Denn die Spannung zwischen den Figuren sorgt f&uuml;r witzige Pointen. Eckhard Stadler alias Komponist Wolfgang Amadeus M&uuml;ller mimt dabei den notorischen Skeptiker, der zwar ein Mannheim Lied komponieren will, aber gar nicht so recht verstehen kann, was alle an Mannheim so toll finden. „Ich bin der Depp von der Mess’“, sagt Stadler schmunzelnd. Stadler sorgt auch f&uuml;r die Klavierbegleitung der Mannheimer Lieder, die in der Musik Kom&ouml;die zuhauf gesungen werden. Das Repertoire reicht dabei von Klassikern wie dem „Blumenpeterlied“ der „Moi sch&auml;&auml;nes Mannem“ bis hin zu einer brillant verschmitzten Parodie von Xavier Naidoos „Meine Stadt“. Baltruschat f&uuml;hlt sich vom<br />
durchschlagenden Erfolg, der im April und Mai f&uuml;r Zusatzvorstellungen gesorgt hat, befl&uuml;gelt: „Ich w&uuml;rde mich freuen, wenn ,Alla gut!’ zu einer neverending story wird“, sagt er strahlend und schreckt vor einem Vergleich mit Agatha Christies „Mausefalle“ nicht zur&uuml;ck. Ob das die Schauspieler nicht irgendwann langweilt, immerzu das gleiche St&uuml;ck zu spielen? „Das Publikum ist ja immer ein anderes“, winkt Hugo Steegm&uuml;ller ab. „Und man muss es immer neu f&uuml;r sich gewinnen“, f&uuml;gt seine Frau hinzu.<br />

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Mannheim Mannem Monnem Volume 1
Mannheim Mannem Monnem Volume 2
10 Jahre Schatzkistl